Vorurteile & Stereotypen: Gitta Kleinberger erzählt ihre Geschichte

Am Samstag, dem 11.02.2017, besuchte uns Gitta Kleinberger, eine jüdische Journalistin und Autorin, die uns ihre Erfahrungen mit Ausgrenzung und Diskriminierung schilderte. Außerdem las sie uns ein paar Textstellen  aus ihrem Buch "Transport-Nummer VIII / 1387 hat überlebt" vor, das sie zusammen mit ihrer Mutter (Margot Kleinberger) geschrieben hat. Im Konzentrationslager erhielt ihre Mutter die Nummer 1387 und wurde dort nur mit dieser angesprochen. 

 

Zu Beginn ihrer Rede spielte sie ein Spiel mit uns. Sie rief verschiedene Wörter in den Raum (wie z.B. Jungen oder Schwule) und wir sollten sagen was uns zu diesen einfiel. Dabei merkten wir, dass jeder ein paar Vorurteile gegenüber anderen hat. Ein Zitat des Buches von Margot Kleinberger, welches mit der Frage beginnt, wie ein Kind den Holocaust überwinden kann, lautet: "Ich habe überlebt, damit diese unfassbare Geschichte und die vielen ermordeten Menschen niemals vergessen werden."

 

Sie überlebt medizinische Versuche an ihrem Kindlichem Körper, übersteht den Hunger und Elend im KZ und nach der Befreiung wagt sie einen Neuanfang im Land der Täter und Verräter.

 

In Düsseldorf gibt es seit August 2016 das jüdische Albert-Einstein Gymnasium.

Als dieses eröffnet wurde, schrieb eine Zeitung einen Artikel darüber, und stellte die Frage, ob Sie ihr Kind auf diese Schule schicken würden und spielte so darauf an, ob man nicht Angst vor einem Anschlag hätte. Auch zeigte die Zeitung ein Bild von einem betenden Jungen mit einer Kippa auf dem Kopf, anstatt ein Bild des Gymnasiums von außen zu nehmen, oder die Schule wie eine normale Schule zu präsentieren. Aufgrund dieses Bildes wurde bei vielen Eltern der Eindruck erweckt, dass ihr Kind auf dieser Schule religiös manipuliert werden könnte und so vermieden sie eine Anmeldung ihres Kindes.

 

Dieses Jüdische Gymnasium ist das erste in Nordrhein- Westfalen. Bundesweit ist das Albert-Einstein-Gymnasium die dritte weiterführende jüdische Schule. Zum Schluss bedankten wir uns bei Gitta Kleinberger für ihre Geschichte und sie erzählte uns auf dem Weg nach draußen von dem Fest Shabbat, den jüdische Familien von Freitagabend bis Samstagabend feiern. 

 

Gereon Beyer, Aiman Amlah, Zehra Aktas