Digitalisierung an Schulen - Einblick in ein aktuelles Thema

Die digitale Welt verändert das Lernen wie kaum eine andere Entwicklung es jemals getan hat – und dies durchaus auch in positiver Hinsicht. So verweist etwa Jörg Dräger, Vorstand der Bertelsmann Stiftung, darauf, dass digitale Medien dabei helfen könnten, „pädagogische Herausforderungen wie Inklusion, Ganztag oder die Förderung lernschwacher Schüler zu bewältigen“. Dies erkennen inzwischen auch viele Schulen, doch setzen sie diese Erkenntnis kaum in die Tat um. Schulleiter und Lehrer finden es zwar gut, wenn neue Technologien ins Spiel kommen, doch mangelt es den Schulen oftmals an der Infrastruktur und den Lehrern fehlt es meist an der Möglichkeit, sich diese Kompetenzen anzueignen.

 

Nun besteht jedoch Aussicht darauf, die digitale Wende in der Schule zu schaffen: Bundestag und Bundesrat haben sich vor wenigen Wochen darauf geeinigt, dass in den kommenden Jahren insgesamt 5,5 Mrd. Euro vom Bund zur Verfügung gestellt werden, um jeder Schule in Deutschland eine moderne und ausreichende digitale Ausstattung zu ermöglichen. Die Gesamtsumme ergibt bei rund 40.000 Schulen in Deutschland einen Einzelbetrag von 137.500 Euro pro Schule. Wenn wir davon ausgehen, dass ein digital funktionierendes Endgerät wie etwa Rechner, Laptop oder Tablet im Handel ca. 500 Euro kostet, könnte unsere Schule rund 275 solcher Geräte für den Unterricht anschaffen. Besteht also Hoffnung auf eine digitale Zukunft an der Städtischen Realschule Heiligenhaus?

 

In den vergangenen Jahren wurde hier das Konzept „Digitalisierung an Schulen“ in kleinen Schritten in die Tat umgesetzt: Morgens, wenn man durch den Haupteingang nach links geht, sieht man z. B. einen (TV-)Bildschirm, der den Vertretungsplan digital ausstrahlt. Zudem gibt es nur noch wenige Räume mit Tafel und Kreide. Viel mehr sieht man Smartboards. Das sind elektrische Tafeln, die man per Computer-App „beschriften“ bzw. „beschreiben kann“. Soweit der Stand zur „Hardware“ an der Schule.

 

Interessant wäre, im Zuge der Digitalisierung des Schulalltags auch einen anderen Aspekt zu betrachten: die Handynutzung in der Schule: Trotz der Fortschritte bei der Digitalisierung, gibt es ein Handyverbot im Schulgebäude und im Unterricht. Dies scheint nicht nur widersprüchlich zu sein, sondern spricht auch deutlich gegen die Digitalisierung, da sich Handys durchaus nützlich in den Unterricht integrieren lassen.

 

Im Rahmen unserer Jugendreporter-AG haben wir uns daher mit folgender Stellungnahme befasst:

"Handys haben in der Schule nichts zu suchen. Unterricht setzt Konzentration voraus und Ablenkungen gibt es schon genug. Selbst wenn nur ein Handy vibriert, stört das nicht nur den einzelnen, sondern die ganze Klasse und den Lehrer. Der Einsatz von Handys im Unterricht ist nicht nötig. Für Recherchearbeiten kann man auch einen PC benutzen. Die Schulen sind heutzutage bestens ausgestattet.

Außerdem: Wenn Schüler in den Pausen nur mit ihrem Handy beschäftigt sind, kümmern sie sich nicht mehr um ihre Mitschüler und die Beziehungen untereinander. Aber gerade die Pausen sind einerseits zum Erholen da und andererseits zur Kontaktpflege: Schüler sollen miteinander ins Gespräch kommen, um das Gemeinschaftsgefühl zu stärken."

 

Um die bisher aufgeworfenen Fragen hinreichend zu beantworten und Euch auch zur Anregung mit auf den Weg zu geben, werden wir in den nächsten Wochen verschiedene Beiträge zu diesem Thema auf unserer Homepage „Offenes Haus NRW“ veröffentlichen.

 

Den Auftakt bildet in der kommenden Woche eine Antwort von Paul und Nele Marie auf hier abgebildete Stellungnahme zum Handyverbot. Zudem hoffen wir, auch ein Interview mit unserer Schulleiterin, Frau Cohen, führen zu können, das dann ebenfalls hier veröffentlicht werden soll.

 

Solltet Ihr selbst Anregungen zu diesem Thema haben oder Eure Meinung dazu äußern wollen, würden wir uns freuen, wenn Ihr Kontakt mit uns aufnehmt.

 

Paul Grimm